Abenteuerwochenende pur in Flims am TRANSA Outdoorfestival

Bereits zum zweiten Mal hat sich TRANSA in die Berge verlegt – und zwar nach Flims. Mitgekommen sind über 450 Gäste, die voller Vorfreude ihre grossen Rucksäcke packten und sich auf zahlreiche Workshops im Wald, am Berg oder im Wasser freuten.

Bereits zum zweiten Mal hat sich das Outdoor- und Sportgeschäft TRANSA in die Berge verlegt – und zwar nach Flims. Mitgekommen sind über 450 Gäste, die voller Vorfreude ihre grossen Rucksäcke packten und sich auf zahlreiche Workshops im Wald, am Berg oder im Wasser freuten. Lagerfeueridylle am Abend bei gemütlichen Konzerten wie von der Band Me + Marie und schlafen in einem Tentsile Zelt in den Bäumen gehörten unter anderem zum Programm. Abenteuer pur!

Mittendrin statt nur dabei war Christina Ragettli, von der Abteilung PR & Kommunikation. Sie testete die Workshops Bushcraft, Orientierung im freien Gelände und Klettern in der Natur.

Bushcraft – 90 Minuten harte Arbeit bis der Funke springt

Bushcraft ist ein relativ neuer Begriff und wird meist direkt mit “Survival” und der Outdoor-Legende “Bear Grylls” in Verbindung gebracht. In eine so extreme Richtung, wo man wirklich ums Überleben kämpft, geht ein Bushcraft-Workshop jedoch nicht. Vielmehr geht es darum, es sich in der Natur etwas gemütlicher zu machen und zwar nach dem “genau richtig”-Prinzip. Mit “genau richtig” meint Philippe Heitz, der seit 1995 solche Kurse anbietet, dass man nicht eine ganze Burg im Wald bauen soll und dafür den halben Wald rodet. Für ihn bedeutet Bushcraft leben in und mit der Natur.

So lernten wir erst eine Notunterkunft herzurichten. Dafür braucht es eigentlich nur eine vier auf vier Meter grosse Plane und etwas Schnur. Den Rest gibt der Wald her. Mit der richtigen Technik stand unser selbstgebautes Heim mit eigenständig geschnitzten Zeltheringen schnell. Kurz darauf folgte die Feuerkunde. Auf mehrere verschiedene Arten übten wir, wie man in der Natur Feuer machen kann. Die Königsdisziplin ohne Hilfsmittel wurde jedoch zur echten Geduldsprobe. Philippe zeigte uns kurz wie es funktioniert. Ein bisschen Stecken drehen, die Reste anpusten und schon hatte er in nur drei Minuten die erste Flamme in seinem trockenen Grasbüschel. Die 15-20 Kursteilnehmer – alle topmotiviert – machten sich ans Werk. Wir rubbelten den Stecken eifrig auf dem Holz hin und her, doch es passierte einfach nichts! Einer nach dem Anderen gab auf, nur ein einzelner Kursteilnehmer liess nicht locker und schaffte es nach ganzen 90 Minuten endlich – die Sensation, alle klatschten! Der Grasbüschel brannte und der Schweiss tropfte von der Stirn. Es sah definitiv einfacher aus, als es war. Zum Schluss schnitzten wir Löffel und Gabeln, denn der “Znacht” im Transa Outdoorfestival Basecamp stand an.

 

Orientierungskurs – “Ab jetzt sprechen wir Karte”

Um 10.00 Uhr startete am Samstag, 29. September 2018 der nächste Workshop – Orientierung im freien Gelände. Hört sich nicht extrem spannend an, ist aber eine gute Investition für künftige Outdoor-Abenteuer. Denn man weiss nie, wann man doch froh wäre man hätte ein paar Orientierungstipps auf Lager, um aus einer misslichen Lage herauszukommen. So traf die Gruppe von über 20 Personen auf Michèle Marti, Outdoor Coach bei Planalto. Der Morgen begann mit der traditionellen Orientierungsvariante – die topografische Karte.

Nach einer Einführung ins Koordinatenlesen und Linien-, Flachen- und Punktsignaturen erkennen ging es in den Wald. Mit Kompass und Karte ausgerüstet wurden verschiedene Punkte angesteuert. Teilweise mitten durchs Gestrüpp, über Baumstämme und Wurzeln und manchmal klassisch auf dem Wanderweg. Die Orientierung mit dem Kompass ist schwieriger als gedacht und braucht viel Übung – so meine Erkenntnis. Doch Coach Michèle war zufrieden und meinte: “Jetzt sprecht ihr die Sprache der Karte, ich bin stolz auf euch!”. Nach dem Mittagessen auf “Mutta Sut” wurde der Fokus auf die moderne Technik gelenkt. Mit den neusten Suunto Uhren und Garmin GPS-Geräten ausgerüstet ging es erneut auf Tour. Erleichterung pur – so viel einfacher, dass hätte ich nicht erwartet. Da bleibt nur die Gefahr, dass man den Blick nur noch auf die Uhr oder das GPS-Gerät richtet, anstatt auf den wunderschönen Wald.

Glücklicherweise schafften wir es dann auch wieder aus dem Wald zurück ins Brand Village, wo die vielen Marken ihre neusten Produkte präsentierten. Beim gemütlichen Schlendern durch die Ausstellung konnte ich beispielsweise Schlafmatten probeliegen, meine Füsse vermessen lassen für eine

Klettergarten – Meine erste Mehrseillänge geklettert

Etwas müde kroch ich am letzten Tag des TRANSA Outdoorfestivals aus meinem Zelt. Der Vorabend wurde dann doch etwas länger, denn nach den leckeren Capuns zum “Znacht” sorgten die Konzerte von Chiqanne und William White für das perfekte Lagerfeuer-Ambiente. Bis um Mitternacht genossen wir die wohlige Wärme des Feuers, bevor ich mich zurückzog und in meinen Schlafsack kroch. Am dritten Workshop-Tag wollte ich unbedingt etwas Action, deshalb hatte ich den Workshop Klettergarten gebucht. So wanderten wir erst von der Alp Nagens via Segneshütte zum unteren Segnesboden und teilten dort die Gruppen in verschiedene Levels ein. Anfänger, Profis und die, die Mehrseillängen klettern üben wollten. Mein Ziel war es, die nötigen Kenntnisse für das Mehrseillängenklettern zu erwerben. Unser Bergführer Patrick Keller erklärte der Sechsergruppe geduldig jeden Schritt – das Sichern an einem Stand mitten in der Felswand und das selbständige Abseilen.

Nach der Theorie mit grandioser Aussicht auf die Tschingelhörner ging es endlich los. Mein neuer Kletterpartner Marc und ich waren so übereifrig, dass wir doch tatsächlich den zweiten Stand in der Felswand komplett falsch einrichteten. Zum Glück war unser Bergführer Patrick vor Ort und bemerkte den gefährlichen Fehler. Da man sich meiner Meinung nach zu Beginn sehr viele Knoten und Einrichtungen merken musste, war ich sehr froh ein Profi dabei zu haben, der ein Auge auf uns hatte. Klettern konnten wir ja schon, bei uns ging es in diesem Fall eher um die Sicherheit. Und wie sagt man so schön – aus Fehlern lernt man am meisten. Und so war es dann auch. Nach fünf Seillängen automatisierte sich der Prozess bereits und die gelernten Schritte festigten sich schnell. Als wir zurück beim Ausgangsplatz waren, gab es eine Stärkung durch ein feines Käsesandwich bevor bereits der Rückweg ins Tal anstand. Wie die beiden anderen Workshops, war auch dieser viel zu schnell vorbei. Im Tal brachte ich meine gemieteten Kletterschuhe zurück. Obwohl ich ein eigenes Paar besitze, hatte ich die Möglichkeit gratis ein sportlicheres Modell der Marke Scarpa auszuprobieren. Denn nicht nur Fähigkeiten konnten während dem TRANSA Outdoorfestival erlernt werden, es konnte auch viel Material getestet werden. Am Sonntagabend fiel ich dann glücklich und sehr müde in mein Bett und war mir sicher, “nächstes Jahr bin ich wieder dabei!”. Der Kochworkshop mit Rebecca Clopath wurde mir in den letzten Tagen so oft empfohlen, dass ich diesen auf jeden Fall ausprobieren möchte. Und die Hochtour zum grossen Tschingelhorn, wäre definitiv auch ein Lebenstraum, den es noch umzusetzen gilt.

Fotografen: Daniel Ammann, Raphael Zeller, Sara Sidler und Michael Neumann

Bilder Orientierungskurs: Christina Ragettli