Einblicke aus der Instandhaltung der Bahnanlagen - Verschiebung der Tragseile der Luftseilbahn Laax Murschetg - Crap Sogn Gion

Diesen Sommer ist die Verschiebung der Tragseile der Luftseilbahn Laax Murschetg – Crap Sogn Gion fällig. Die Tragseile dieser Pendelbahn müssen alle zwölf Jahre um 24 Meter verschoben werden. Doch warum macht man das? Ganz einfach, damit die Seile nicht immer an den gleichen Stellen auf den Stützen aufliegen und weniger schnell abgenützt werden. Die folgenden Zeichnungen sollen erklären, wie die Tragseile befestigt sind.

An der Bergstation sind die Tragseile – pro Fahrbahn zwei Stück – an sogenannten Pollern (Seilrollen) festgemacht. Auf diesen Pollern aufgerollt befindet sich auch die Seilreserve, welche für die Verschiebung der Tragseile benötigt wird. Am anderen Ende der Tragseile – also an der Talstation –  sind die Endstücke an Spanngewichten befestigt. Diese bewegen sich bei der Fahrt auf und ab und sorgen für eine gleichbleibende Grundspannung der Seile. So wird bei der wandernden Belastung der Seilstrecken durch die Kabinen ein gleichbleibendes Spannungsverhältnis erreicht, beispielsweise bei der Überfahrt von Stützen. Mehrere Zwischenaufhängungen – das sind V-förmige Metallstücke, die an beiden Tragseilen befestigt werden und das Zugseil in der Mitte führen – stellen die Abstände zwischen den beiden Tragseilen sicher und unterstützen die Führung des Zugseils.

Die Tragseile sind an der Talstation durch einen zylinderförmigen Vergusskopf mittels Bolzen an den Spanngewichten befestigt. An der Bergstation sind mehrere Meter Reserve an Pollern aufgewickelt und festgemacht. Für die Verschiebung der Tragseile müssen erst Flaschenzüge und Abspannungen eingebaut werden. Die Spanngewichte im Spannschacht, das heisst je ein 60 Tonnen schweres Betonstahlgewicht pro Tragseil, muss zuerst hochgebunden werden, damit das Tragseil überhaupt bewegt werden kann. Die Zwischenaufhängungen werden auf der ganzen Fahrbahn abmontiert und an der Talstation revidiert. Das bedeutet, die Rollen werden kontrolliert, auseinandergebaut und gereinigt, sowie Teile ersetzt. Der Rest der Aufhängungen wird gereinigt, auseinandergebaut und wieder neu gefettet. Kaputte Teile werden ersetzt.

Einrichtung Flaschenzug an der Bergstation. Foto: Stefan Quevedo

Eingerichteter Flaschenzug an der Bergstation. Foto: Jonathan Herter

Einrichtung Flaschenzug an der Talstation Laax. Foto: Stefan Quevedo

Vorbereitung für die Lösung des Tragseils am Vergusskopf. Foto: Stefan Quevedo

Die Tragseile werden nicht gleichzeitig, sondern nacheinander verschoben. Zuerst wird die ganze Arbeit am ersten Tragseil gemacht und danach beim Zweiten. Dazu wird nach dem erfolgreichen Abspannen der Vergusskopf am Spanngewicht gelöst und das Seil abgeschnitten.

Die Hülse des Vergusskopfs muss durch einen neuen ersetzt werden, weil die Normen geändert wurden. Normalerweise könnte man den gleichen noch einmal verwenden. An der Bergstation werden 24 Meter Seil mit Hilfe der Flaschenzüge ausgezogen.

Nachziehen des Tragseils an der Talstation. Foto: Senta Gautschi

Durchtrenntes Tragseil an der Talstation. Foto: Senta Gautschi

Das Seil wird dann an der Talstation um die 24 Meter nachgezogen. Bei der Markierung der 24 Metern wird das Seil dann abgeschnitten.

Ein neuer Vergusskopf am Seilende wird montiert und eingegossen. Er kann wieder am Spanngewicht befestigt werden.

Einschieben des Teilstücks für den Verguss. Foto: Senta Gautschi

Ausbiegen der Drähte für den Verguss am Seilende. Foto: Stefan Quevedo

Die Schwierigkeit dabei ist, dass es nur ein kleines Zeitfenster gibt, in welchem die Arbeit gemacht werden kann. Die Pendelbahn wird auch in der Zwischensaison oft für Veranstaltungen und Bauarbeiten, sowie als Zubringer für Revisionen an anderen Bahnanlagen benötigt.

Einen besonderen Dank für den Einsatz der Mitarbeitenden Luca Wolf, Mirco Sossai, Jonathan Herter und Stefan Quevedo, welche zusammen mit den Monteuren von Garaventa AG bis spät am Abend weiterarbeiteten, um rechtzeitig fertig zu werden.

Das fertig gebogene Seilende genannt “Besen”. Foto: Senta Gautschi

Nach dem Ausbiegen der Drähte kann die Hülle des Vergusskopfes nach unten geschoben werden. Danach wird dort die Blei-Zinn-Legierung eingegossen. Foto:Senta Gautschi