Flims, 12. Juli 2018 – Wohl jeder hat eine grobe Ahnung, wie die Erde, wie wir sie heute kennen, entstanden ist. Aus Büchern, Filmen, Dokumentationen und Erzählungen. Doch an nur wenigen Stellen ist die Entstehungsgeschichte wirklich greifbar. Einer dieser Orte ist die Tektonikarena Sardona in der Schweiz – genauer gesagt in Flims: Die hier liegende Bergformation Sardona zeigt wie sonst nirgendwo auf der Welt die Auswirkung der Kontinentalplattenverschiebung und damit die Entstehung der Alpen. Für dieses geologische Phänomen zeichnete die UNESCO die Tektonikarena 2008 zum Weltnaturerbe aus. Zum 10-jährigen Jubiläum in diesem Jahr gibt es in der Region zahlreiche Aktionen rund um die faszinierende Entstehungsgeschichte.

Naturgeschichte zum Anfassen
Die 329 km² große Tektonikarena Sardona liegt mitten im Herzen des Kantondreiecks Graubünden, Glarus und St. Gallen. Sie wurde 2008 von der UNESCO für die einzigartige Sichtbarkeit des Gebirgsbildungsprozesses zum Weltnaturerbe ernannt und gehört seitdem zu einem von drei Naturerbestätten der Schweiz. Besucher sehen hier, wie sich eine Kontinentalplatte über die andere geschoben hat. Diese Verschiebung hat vor Millionen von Jahren die Alpen gebildet. Der Clou: Die ältere, bis zu 300 Millionen Jahre alte Schicht liegt hier über der jüngeren, rund 50 Millionen Jahre alten Schicht. Den besten Blick auf die bedeutsame Steinformation bekommen Besucher in der Destination Flims in Graubünden: Die Gesteinsschichten der afrikanischen und europäischen Kontinentalplatten trennt hier eine gut sichtbare, helle Kalklinie. Was für eine Kraft beim Überschieben freigesetzt wurde, zeigt sich in Flims ebenfalls sehr anschaulich. Die aufragende Zackenkrone des Gebirgskamms und das natürliche Loch in der Felswand, auch bekannt als die Tschingelhörner und das Martinsloch, sind durch das Überschieben, Falten und anschließende Zerbrechen der Schichten entstanden. Heute ist das Naturphänomen vor allem beliebtes Ziel unter Wanderern, Bergsteigern und Mountainbikern.

UNESCO Weltnaturerbe erwandern
Neben ihrer geologischen Bedeutung, ist die Destination  vor allem für die abwechslungsreiche und beeindruckende Natur bekannt. Gerade unter Wanderern ist die alpine Ebene in Flims mit ihrer einzigartigen Felsformation und ihren Wasserfällen, Bergbächen und unterschiedlichen Wanderwegen beliebt. Tipp: Der Panoramaweg von Naraus nach Nagens. Der Weg startet oberhalb von Flims mit Blick ins Dorf, führt entlang blühender Wiesen in steinigeres Gelände am Segnesboden. Hier ist der perfekte Spot für ein Picknick mit Blick auf die Tschingelhörner. Wer mehr zum Phänomen Tektonikarena Sardona wissen will, kann im Besucher-Pavillon bei der Segneshütte die Jubiläumsausstellung besuchen oder eine der geführten Geo-Wanderungen begleiten. Diese finden jeden Samstagvormittag statt. Auch auf den Wanderwegen selbst gibt es immer wieder kleine Infokästen.

Aktionen zum Jubiläum 2018
Das Jubiläum begleitend finden 2018 über das gesamte UNESCO-Gebiet verschiedene Aktionen statt. Sie sollen unterhaltend die wissenschaftliche Bedeutung der Tektonikarena Sardona vermitteln. Das Highlight bildet die dreiwöchige Kunstinstallation, bei der ein Kristall neben dem Wasserfall auf dem unteren Segnesboden schwebt. Am 8. August 2018 werden zudem professionelle Slackliner ihr Können auf einer Highline zwischen dem Crap Grisch und dem dem Crap la Tgina in einem künstlerisch-sportlichen Balanceakt unter Beweis stellen. Zusätzlich wird es Wanderausstellungen in den örtlichen Hütten geben. Besonders spielerisch ist für Kinder die Geschichte in jeweils einem Buch und Hörbuch aufgearbeitet. Jugendliche und Erwachsene finden hingegen in der Sardona App viel Wissenswertes und Begleitendes für Aktivitäten rund um die Tektonikarena Sardona und ihre Entstehung.