Die mit 800m längste Highline der Schweiz konnte letzte Woche von sieben Athleten erfolgreich begangen werden. Die Highline wurde am vergangenen Sonntag wieder abgebaut. Eine Kunstinstallation ist noch bis am 21. Juli zu bestaunen.

 

  • Unter den sieben Athleten, welche die 800m lange Highline in 200m Höhe über dem Unteren Segnesboden oberhalb Flims im UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona überquerten, waren drei Schweizer und mit Karin Doblander auch eine Frau – dies ist Slacklinen auf Weltniveau.
  • Eine Highline ist eine Slackline in der Höhe, welche mit Sicherung begangen wird. Es handelt sich dabei um ein 2.5 cm breites Kunststoffband zum balancieren (> kein Drahtseil). Die Begehung erfolgt ohne Stange und weitere Hilfsmittel.
  • Ein internationales Team von Industriekletterern und Slacklinern, welches letzte Woche bereits den Hängematten Weltrekord an der Graubergbahn inszenierte, baute neben der 800m Highline auch eine Kunstinstallation beim Segnesboden auf. Sie kann noch bis zum 21. Juli bestaunt werden. Organisiert wurden diese Projekte von Swiss Slackline und der FLF Management AG.
  • Video und Bilder

Athleten auf Weltklasseniveau

Es erfolgten mehrere Versuche und erfolgreiche Begehungen der 800m Highline. Die schnellste Begehung gelang Lukas Irmler, DE unter 30 Minuten. Einige Athleten brauchten bis zu 90 Minuten für die Überquerung. Dies sind eineinhalb Stunden in voller Konzentration in 200m Höhe. Besonders Spektakulär: Samuel Volery, CH gelang ein Handstand in der Mitte der 800m Highline.

 

Karin Doblander aus Österreich hat mit der erfolgreichen Überquerung der Highline die zweitlängste Strecke gelaufen, welche eine Frau je auf einer Highline zurückgelegt hatte. Die Italienerin Annalisa Casiraghi stürzte 100m vor dem Ziel in die Sicherung und verpasst diese Marke nur knapp – alles in allem erlebten wir hier Slacklinen auf Weltklasseniveau!

 

Folgende Slackline Athleten konnten die Highline erfolgreich von einem bis zum andern Anker ohne Sturz begehen:
– Charles Chatter, United Kingdom
– Karin Doblander, Österreich
– Lukas Irmler, Deutschland
– Matthias Brunner, Deutschland
– Marc Thompson, Bern, Schweiz
– Raphael Bacot, Lausanne, Schweiz
– Samuel Volery, Uster, Schweiz

 

Vom Winter in den Sommer

Während sich die Athleten mit der Highline vergnügten, waren die Industriekletterer bereits mit dem nächsten Projekt beschäftigt. Neben dem Wasserfall des Unteren Segnesbodens wurde eine Kunstinstallation aufgebaut. Eine Skulptur in der Form eines Wasserkristalls bestehend aus 400m Seilen und 18 Hängematten wurde vor die mächtige Felswand hochgezogen. Diese Installation symbolisiert die enorme Kraft des Wassers bei der Erosion in der Gebirgslandschaft des Welterbes Sardona. Besser konnte das Thema für die Woche nicht passen. Erlebten doch die Slackliner den Übergang vom tiefen Winter in den Hochsommer in nur wenigen Tagen. Während der Flem anfangs Woche noch ein kleines Rinnsal war, verwandelte er sich jeweils gegen Ende des Tages in einen Wildbach voller Geröll – ein eindrückliches Schauspiel welches sich jeden Tag wiederholte.

 

Vernissage geglückt
Am letzten Samstag wurden die Bergbahnen eröffnet und die Sommersaison oberhalb Flims offiziell eingeläutet. Touristen aus der ganzen Welt strömten zur Segneshütte und auf den Unteren Segnesboden und konnten ihren Augen kaum trauen. Den ganzen Tag verbrachten Slackline Athleten damit, abwechslungsweise die Highline zu überqueren. So gelang mit dem Highline Spektakel eine gelungene Vernissage der Kunstinstallation über dem Segnesboden, welche noch bis zum 21. Juli vor Ort bestaunt werden kann.

Was ist Highlinen?

Highlinen ist die Bergsport Disziplin des Slacklinens. Highlines sind in grosser Höhe, beispielsweise zwischen Felsen oder gar Berggipfeln angebracht. Hier ist nicht nur das Gleichgewicht von Bedeutung. Auch schwindelfreie Menschen kämpfen hier gegen ihre Instinkte an. Um sich gegen lebensgefährliche Stürze zu sichern, verdoppeln die Highliner das Band durch ein zweites System und befestigen sich selbst mittels Klettergurt und Sicherheitsseil an einem Ring, der an beiden Systemen hängt.

 

800m Highline über dem Unteren Segnesboden

Diese Highline wurde seit mehr als einem Jahr geplant, diverse Bewilligungen mussten eingeholt, Sponsoren gesucht und Material Spezialanfertigungen erstellt werden. Das Ziel war klar, den Aufbau ohne Helikopter auszuführen, eine Spezialität des Slacklinesports, da auch bei solch grossen Projekten mit leichten und modularen Materialien gearbeitet werden kann. Als erstes galt es die beiden Verankerungen rund 200m über dem Segnesboden miteinander zu verbinden. Das zehnköpfige Aufbauteam traf dabei auf winterliche Bedingungen. Der Untere Segnesboden war immer noch schneebedeck und so kamen Schneeschuhe und Tourenskis zum Einsatz. Mit einer hochfesten 4mm Schnur wurde die Verbindung gelegt, mit Hilfe dieser wurde zuerst ein Seil mit gut sichtbaren Windfahnen, Infrarotlampen und orangen Bojen für die Signalisation des Luftraums auf die Höhe gezogen. In einem zweiten Schritt erfolgte in Handarbeit das Spannen der Highline. Die geringe Spannung von rund 300kg und das leichte Material erlaubt den Einsatz von einfachen Seilflaschenzügen und entfernbaren Ankern, was den Aufbau im UNESCO-Welterbe besonders umweltschonend gestaltet.

 

Wer ist Swiss Slackline?

Seit der Ankunft der Sportart in der Schweiz im Jahr 2006 wurden in verschiedenen Regionen Vereine gegründet. Um gemeinsame Interessen zu vertreten, haben sich diese 2013 zu “Swiss Slackline” – dem Schweizer Slackline-Verband – zusammengeschlossen, dem momentan 13 Vereine und rund 500 Mitglieder angehören. Der Verband setzt sich dafür ein, dass die Sportart sicher und verantwortungsbewusst ausgeübt wird. Dazu gehören neben dem nötigen Know-How zum sicheren Aufbau und Gebrauch auch ein umweltverträglicher Umgang in Stadtparks wie auch in den Bergen.

Medienkontakt Swiss Slackline

Thomas Buckingham

Präsident Swiss Slackline

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