Geschäftsbericht 2020/21

Ein Geschäftsjahr im Zeichen von Corona

 

Der Sommer der Superlative

Das Geschäftsjahr 2020/21 begann bereits im Lockdown aufgrund der Massnahmen des Bundes in der ersten Pandemiewelle. Als dann im Juni der Betrieb der Bergbahnen unter gewissen Einschränkungen wieder möglich war und auch sonst wieder so etwas wie Normalität in den Alltag der Schweizerinnen und Schweizer zurückkehrte, ging die Sommersaison richtig los. Aufgrund der fortwährenden Beschränkungen für Reisen ins Ausland und dem gleichzeitigen Drang von Herr und Frau Schweizer, nach dem Lock- down den einen oder anderen Tapetenwechsel vorzusehen, entwickelte sich eine touristische Sommersaison, wie sie unsere Destination noch nie gesehen hatte. Mit 172 153 Ersteintritten (Vorjahr 127 793) und 64 954 Logiernächten (Vorjahr 39 579) verzeichnete die Weisse Arena Gruppe noch einmal eine markante Steigerung der Sommerzahlen im Vergleich zum Rekord-Vorjahr. Ergänzend zu den reinen Zahlen ist zu vermerken, dass sehr viele neue Gäste, insbesondere auch jüngeren Alters, in der Destination begrüsst werden durften. Es ist zu hoffen, dass möglichst zahlreiche von ihnen nachhaltig für Sommerferien in den Bergen begeistert werden konnten. Ein weiteres Merkmal des vergangenen Sommers war die deutlich gesteigerte Nachfrage nach Ferienwohnungen, ein Trend, der durch Corona sicher verstärkt wurde. So verzeichnete denn auch das rocksresort mit 46 001 Logiernächten eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr.

 

Die Unsicherheiten vor dem Winter

Im Laufe des Herbstes zogen dunkle Wolken für den Wintertourismus in den Alpen auf. In sämtlichen Nachbarländern wurde entschieden, die Bergbahnbetriebe für den Winter gänzlich zu schliessen oder im Fall von Österreich den Wintertourismus praktisch einzustellen. So stieg denn auch der Druck auf die Schweiz ins Unermessliche, die Bahnen ebenfalls geschlossen zu halten und den Wintertourismus stark einzuschränken. Glücklicherweise war sich die Bündner Regierung der volkswirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus für den Kanton Graubünden jederzeit bewusst und suchte nach Mittel und Wegen, Bergbahnen offen zu halten und den Wintertourismus unter Einschränkungen möglich zu machen. So ist es letztlich wohl insbesondere Regierungsrat Marcus Caduff, mit Unterstützung von Martin Hug als Präsident von Bergbahnen Graubünden und der Führung der Weissen Arena Gruppe, zu verdanken gewesen, dass dem Druck aus ganz Europa standgehalten wurde und in Graubünden Lösungen für einen verantwortungsvollen Betrieb von Skigebieten gefunden werden konnten.

 

Die Weisse Arena Gruppe als Innovationstreiberin

Die Weisse Arena Gruppe begann bereits während dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 mit der Vorbereitung von Konzepten, welche auch im Falle des Auftretens einer zweiten pandemischen Welle eine sichere touristische Wintersaison ermöglichen sollten. Nebst den gängigen operativen Massnahmen wurden auch drei bahnbrechende Innovationen vorbereitet:

1. Unter dem Arbeitstitel «Fresh&Easy» wurden sämtliche Selbstbedienungs-Gastronomien vollständig neu konfiguriert und umgebaut. Dem Gast wird ermöglicht, von seinem Platz aus via INSIDE LAAX App Getränke und Essen zu bestellen und zu bezahlen. Anschliessend wird es ihm an den Tisch gebracht. Nebst dieser Verbesserung der Gäste-Convenience wurden auch die Lieferketten und Bereitstellungsprozesse völlig neu konzipiert, um künftig viel besser auf das stark schwankende Gästeaufkommen reagieren zu können.

2. Als zweite Innovation des Sommers wurde ein komplett neues Covid-Testsystem für Mitarbeitende und Gäste entwickelt. Sowohl die komplett selbständig durchführbare Testabnahme mittels Spucktest als auch das Pooling- Verfahren im Labor sowie die Systematik für Unternehmenstestungen wurden zum Einführungszeitpunkt Mitte Dezember in der Schweiz erstmalig so eingesetzt. Mittlerweile sind die in und für Laax entwickelten Verfahren zum schweizweiten Standard geworden.

3. Die dritte Neuerung betrifft den Ticketverkauf. Im Herbst wurde entschieden und kommuniziert, dass Tages-Skipässe ab dem Winter nur noch online verkauft werden. Dadurch wurde die Möglichkeit geschaffen, Kontingentierungen im Verkauf vorzunehmen und somit eine Limitierung der Gästezahl im Gebiet zu erzielen. Dank diesen Neuerungen und allen gängigen Massnahmen durfte die Weisse Arena Gruppe zu Winterbeginn konstatieren, mit ihrem Schutzkonzept bestens für den Winter vorbereitet zu sein.

 

Der Steigerungslauf

Der Start in den Winter war nicht nur politisch schwierig. Auch die schlechte Schneesituation in höheren Lagen sowie die ständig wechselnden behördlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb, insbesondere in der Gastronomie, setzten der Organisation stark zu. So musste denn auch eine äusserst schwache Weihnachtszeit verzeichnet werden. Die grosse Unsicherheit der Gäste im Nachgang zu den politischen Diskussionen, die dünne Schneelage mit zahlreichen geschlossenen Anlagen sowie die Covid-bedingte Kontingentierung des Verkaufs von Tagespässen führten zu einem Umsatzverlust von rund CHF 7 Mio. alleine über die Festtage. Mit dem wachsenden Sicherheitsempfinden der Gäste im Laufe des Januars, der dank dem Testsystem erfolgreichen Durchführung der LAAX OPEN und den massiven Schneefällen näherten sich die Ersteintritte bis Ende Januar kontinuierlich den «normalen» Zahlen an. Mit den geöffneten Terrassen und dem schönen Wetter im Februar, verbunden mit sehr wertvoller Medienpräsenz aufgrund des Testsystems entwickelte sich der weitere Saisonverlauf je länger desto positiver. Auch die erneute Schliessung der Terrassen Ende Februar konnte dem weiteren Saisonverlauf nichts mehr anhaben, der Steigerungslauf konnte auch von unverständlichen politischen Entscheiden nicht mehr gestoppt werden. Insgesamt durfte so dann ein sehr ordentlicher Winter mit 981 041 Ersteintritten (Vorjahr mit Lockdown 874 386) verzeichnet werden. Auch finanziell darf die Weisse Arena Gruppe trotz schwierigster Umstände von einem guten Geschäftsjahr sprechen. Der Netto-Umsatz liegt mit CHF 89.5 Mio. um CHF 1.4 Mio. über dem Geschäftsjahr 2019/20, mit CHF 7.5 Mio. jedoch noch signifikant hinter dem starken Geschäftsjahr 2018/19. Durch das gelungene Atmen auf der Kostenseite sowie dem konsequenten Einsatz des Kurzarbeitsinstrumentes wurde der EBITDA mit CHF 23.6 Mio. trotz der massiv erschwerten Rahmenbedingungen auf das Margenniveau der Geschäftsjahre 2018/19 und 2017/18 zurückgebracht. Das konsolidierte Gruppenergebnis liegt nach den betriebswirtschaftlich notwendigen Abschreibungen bei CHF 2.6 Mio. und entspricht der Leistung der Pandemieversicherung.

 

Herausragendes Teamwork 

Die Leistung der Mitarbeitenden der Weisse Arena Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr verdient höchsten Respekt. Teilweise mehrfach pro Woche wurden Rahmenbedingungen geändert, mussten Umbauten getätigt und Prozesse angepasst werden. Mit wie viel Herzblut für die Weisse Arena Gruppe, mit wie viel Kompetenz und wie proaktiv und mitdenkend dies alles bewältigt wurde, war schlicht herausragend. Somit gilt der erste und wichtigste Dank allen Mitarbeitenden der Weisse Arena Gruppe. Ein weiterer Dank gebührt Regierungsrat Marcus Caduff, welcher sich mit letztem Einsatz und grosser Vehemenz gegen den riesigen Druck aus dem In- und Ausland wehrte und zusammen mit seinen Bündner Regierungskollegen wegweisende Entscheide für die Durchführung der Wintersaison fällte. Ebenfalls herzlich zu danken ist den Branchenverbänden Bergbahnen Graubünden mit Martin Hug und Marcus Gschwend sowie Seilbahnen Schweiz mit Hans Wicki und Berno Stoffel, welche sich ebenfalls mit sehr viel Energie und Kompetenz für die Branche eingesetzt hatten. Das Testkonzept ist einer Gruppe bestehend aus Prof. Joachim Fischer und Dr. Michaela Weber von der Universität Heidelberg, den Labors Risch und SwissAnalysis, der Firma Hamilton sowie der Unterstützung durch den Führungsstab des Kantons Graubünden unter der Leitung von Martin Bühler zu verdanken. Last but not least bedanken wir uns bei unseren geschätzten Gästen. Ohne ihre Treue und ihr Vertrauen und ohne die zahlreichen aufmunternden Feedbacks wäre ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2020/21 nicht möglich gewesen.

Vielen herzlichen Dank und auf bald wieder in einer hoffentlich normalisierten Welt ohne Corona!

Markus Wolf, CEO Weisse Arena Gruppe

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